Der Drive Research User Experience Report 2025 unterstreicht die Notwendigkeit für OEMs, In-Car-Payment-Funktionen gezielt zu optimieren, um den Erwartungen der Fahrer gerecht zu werden und neue Umsatzpotenziale zu erschließen. Zwar zeigen sich bei den in der Studie befragten US-amerikanischen und deutschen Fahrern viele Gemeinsamkeiten in Bezug auf Einstellungen und Serviceanforderungen, gleichzeitig wurden jedoch auch mehrere signifikante Unterschiede identifiziert. Diese verdeutlichen, dass OEMs Connected-Car-Erlebnisse marktspezifisch ausrichten müssen, um lokale Bedürfnisse zu erfüllen und zu verhindern, dass Kunden zur Konkurrenz abwandern.

Fahrer in den USA und in Deutschland äußerten ein hohes Interesse an In-Car-Payment-Funktionen für fahrzeugbezogene Services. Gleichzeitig zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Erwartungen europäischer und nordamerikanischer Fahrer in anderen Bereichen.

Das Interesse an vernetzten Services erstreckt sich in beiden Ländern auf die Mehrheit der Fahrer. Viele Teilnehmer gaben an, sie wären „frustriert“, wenn In-Car-Payments in ihrer Nähe verfügbar wären, ihr Fahrzeug sie jedoch nicht darüber informieren würde. Während jedoch eine große Mehrheit der US-Teilnehmer (80 %) dies als störend empfinden würde, lag dieser Anteil in Deutschland bei weiterhin relevanten, aber niedrigeren 57 %. Deutsche Fahrer zeigten insgesamt eine geringere Toleranz gegenüber Benachrichtigungen – selbst dann, wenn diese der Komfortsteigerung dienen.

Obwohl US-Fahrer insgesamt ein noch stärkeres Interesse an In-Car-Payments zeigten als die deutschen Teilnehmer, reagierten sie zugleich sensibler auf eine schlechte Benutzerfreundlichkeit. Dies verdeutlicht, dass OEMs In-Car-Payments nicht nur anbieten, sondern diese auch intelligent optimieren müssen, um eine einfache und angenehme Nutzung sicherzustellen – insbesondere während der Fahrt. 87 % der US-Fahrer würden von der Nutzung von In-Car-Payments abgeschreckt, wenn mehrere Menüebenen zur Bestätigung einer Transaktion erforderlich wären. In Deutschland lag dieser Wert bei 63 %.

US-Fahrer zeigten zudem eine größere Offenheit für In-Car-Payments bei nicht fahrbezogenen Services, etwa für Gaming oder Messaging. Rund zwei Drittel der US-Teilnehmer sahen hierin einen Mehrwert, verglichen mit lediglich 30 % der deutschen Fahrer. OEMs könnten solche Funktionen gezielt für Situationen integrieren, in denen Fahrzeuge länger stehen, etwa während des Ladevorgangs. Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass zentrale fahrzeugbezogene Funktionen – sogenannte vehicle-centric services – weder blockiert noch versteckt werden, da dies laut Studie deutlich mehr Fahrer verärgern würde, als Gaming- oder Messaging-Funktionen zufriedenzustellen vermögen.

In-Car-Payments werden zu einer essenziellen Funktion

OEMs haben In-Car-Payments bislang möglicherweise als „Nice-to-have“ betrachtet. Die Daten des User Experience Reports stellen diese Annahme jedoch infrage. In-Car-Payment-Funktionen haben einen erheblichen Einfluss sowohl auf die Markenwahrnehmung als auch auf die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Fahrzeugkaufs.

Nahezu alle US-Teilnehmer (97 %) gaben an, dass In-Car-Payment-Funktionen ihre Meinung über eine Automarke deutlich verbessern würden. In Deutschland fiel dieser Anteil geringer aus, doch auch hier sah die Mehrheit der Fahrer (60 %) einen klar positiven Einfluss auf die Markenwahrnehmung. Dies zeigt, dass In-Car-Payments sowohl für europäische als auch für nordamerikanische Fahrer ein relevantes Verkaufsargument darstellen.

Darüber hinaus gaben 87 % der US-Teilnehmer an, dass sie eher erneut ein Fahrzeug derselben Marke kaufen würden, wenn dieses über In-Car-Payment-Funktionen verfügt. In Deutschland lag dieser Wert bei 57 %. Hochwertige Connected-Car-Services können somit einen entscheidenden Differenzierungsfaktor darstellen und die Markenloyalität in unterschiedlichen Märkten stärken.

Zahlungsbereitschaft ist vorhanden – bevorzugte Bezahlmodelle unterscheiden sich

Der Drive Research User Experience Report 2025 zeigt, dass In-Car-Payment-Funktionen weiterhin stark nachgefragt sind, sich die bevorzugten Zahlungsmodelle jedoch zwischen den USA und Deutschland deutlich unterscheiden.

77 % der US-Fahrer sind bereit, für In-Car-Payment-Funktionen mehr zu bezahlen. Davon wären 36 % offen für einen Aufpreis von über 700 US-Dollar, weitere 21 % für 300 bis 500 US-Dollar und 36 % für 150 bis 300 US-Dollar. Deutsche Fahrer, die grundsätzlich bereit waren, einen Aufpreis zu zahlen, nannten durchgängig einen Betrag zwischen 150 und 300 Euro.

US-Fahrer bevorzugen aktuell eher eine einmalige höhere Zahlung beim Fahrzeugkauf, um lebenslangen Zugang zu erhalten. 47 % zeigten sich dafür offen, während 30 % ein Abonnementmodell in Betracht ziehen würden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Studie vor der teilweisen Einführung und intensiven Diskussion sogenannter „US-Zölle“ durchgeführt wurde. In Zukunft könnten US-Fahrer verstärkt Abonnementmodelle bevorzugen, um Preiserhöhungen bei höheren Anschaffungskosten zu vermeiden – insbesondere dann, wenn Abos von Zollaufschlägen ausgenommen bleiben.

In Deutschland hingegen würden 53 % der Fahrer ein monatliches Abonnement bevorzugen, während nur 20 % bereit wären, einen höheren Einmalpreis zu zahlen. OEMs sollten daher flexible Bezahlmodelle anbieten, um unterschiedliche Präferenzen abzudecken und keine zahlungsbereiten Kunden durch starre Preismodelle zu verlieren.

Benutzerfreundlichkeit ist entscheidend

Der User Experience Report zeigt, dass Nachfrage und Akzeptanz von In-Car-Payments weiter steigen. Was heute noch als Premiumfunktion gilt, entwickelt sich in naher Zukunft für viele Fahrer zu einer grundlegenden Erwartung. Mit zunehmender Markteinführung und wachsender Vertrautheit mit diesen Services steigt zugleich der Anspruch an deren Bedienbarkeit.

OEMs müssen daher sicherstellen, dass In-Car-Payment-Systeme intuitiv gestaltet sind, einen klaren Mehrwert bieten und möglichst wenige Ablenkungen verursachen. Dies umfasst insbesondere eine reduzierte Anzahl an Bildschirmen und Klicks sowie eine einfache Auffindbarkeit zentraler Funktionen.

Da Fahrer im Durchschnitt fast einen Monat pro Jahr im Fahrzeug verbringen und sich Fahrzeuge weltweit durch ähnliche elektrische Antriebskonzepte zunehmend angleichen, wird die In-Car-Technologie immer stärker zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Gut gestaltete Systeme können Kaufentscheidungen positiv beeinflussen, während schlecht umgesetzte Lösungen Fahrer von ansonsten attraktiven Marken abschrecken können.

Abschließend zeigen Veränderungen im Zusammenhang mit US-Zöllen sowie neue Ansätze bei der Bündelung und Paketierung vernetzter Services, dass Abonnementmodelle für wertvolle In-Car-Payment-Funktionen künftig weiter an Bedeutung gewinnen dürften. Dies eröffnet OEMs zusätzliche Möglichkeiten, diese Services sowohl für Neuwagen- als auch für Gebrauchtwagenkäufer anzubieten oder sie gezielt zur Neukundengewinnung und Kundenbindung einzusetzen.

Adam Calland, Marketing Direktor

Adam Calland verantwortet die globale Marketingstrategie von Parkopedia und leitet die unternehmensweite Kommunikation sowie das Branding.